Zurück zum Rechnen: Wie kann man sich die Rechenweise eines Quantencomputers vorstellen, um die heutige Rechenleistung derart zu steigern?
Dazu müssen wir ein wenig in die Mysterien der Quantenphysik eintauchen.
Ein Quantencomputer verarbeitet nicht wie ein heutiger Computer seriell eine Abfolge einzelner Zahlen (wie jede Art von Turing-Maschine), sondern arbeitet – wie gesagt – mit Quantenzuständen mikroskopisch kleiner Systeme. Wie du sicherlich noch aus dem Physikunterricht weißt, gibt es da solche Dinge wie die Heisenbergsche Unschärferelation, den Welle-Teilchen-Dualismus oder andere Schreckensbegriffe. Der Hintergrund davon ist: Solange ich ein Quantensystem nicht durch eine Messung nach seinem Zustand frage, kann es als Zustand eine beliebige Mischung aller möglichen Zustände annehmen. Mit dieser Mischung kann man dann „rechnen“, indem man physikalisch Einfluss nimmt, beispielsweise die für den Quantencomputer verwendeten Atome dreht (so ähnlich wie in einem Kernspintomographen). Erst nachdem man solche Operationen durchgeführt hat, misst man und zwingt damit das System, einen bestimmten Zustand, ein Ergebnis, anzunehmen. Hört sich ziemlich schräg an, und als vor ziemlich genau 40 Jahren Richard Feynman – einer der großen Physiker des 20. Jahrhunderts – den entsprechenden Vorschlag für derartige, äußerst komplexe physikalische Experimente machte, konnte man davon nur träumen.